Policy:Menschenrechtsrichtlinie/Häufig gestellte Fragen

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    Die Fragen und Antworten unten beziehen sich auf die Menschenrechtsrichtlinie, die am 8. Dezember 2021 vom Kuratorium der Wikimedia-Stiftung genehmigt wurde.

    Häufig gestellte Fragen (veröffentlicht am 9. Dezember 2021)

    Was bedeutet diese Richtlinie für Mitarbeiter der Stiftung und Freiwillige der Bewegung?

    Das Team zur globalen Interessenvertretung hat einen Diff-Blog-Beitrag veröffentlicht, der untersucht, was diese Richtlinie für Mitarbeiter der Stiftung und Freiwillige der Bewegung bedeutet.

    Wie lief der Prozess zur Entwicklung dieser Richtlinie ab?

    Im Jahr 2020 trat die Wikimedia-Stiftung der Unternehmensgruppe der Globalen Netzwerkinitiative bei, einer Organisation, die aus unterschiedlichen Interessenvertretern besteht und sich für Meinungsfreiheit und Datenschutz im Internet einsetzt und von ihren Unternehmensmitgliedern verlangt, sich zu einer Reihe von Grundsätzen zur Unterstützung dieser Rechte in Übereinstimmung mit internationalen Menschenrechtsstandards zu verpflichten. Ebenfalls in diesem Jahr beauftragte die Stiftung Article One Advisors, ein Beratungsunternehmen, das sich auf Menschenrechte, verantwortungsvolle Innovation und soziale Auswirkungen spezialisiert hat, eine menschenrechtliche Folgenabschätzung der freien Wissensprojekte von Wikimedia durchzuführen. Die Bewertung wurde durch umfangreiche Konsultationen mit Mitarbeitern der Stiftung, Freiwilligen der Bewegung und anderen Interessenvertretern und Experten für Technologie und Menschenrechte untermauert. Der Anwendungsbereich sollte alle Menschenrechte ansprechen, darunter auch Meinungsfreiheit und Privatsphäre. Zu den Zielen der Bewertung gehörte die Aufdeckung markanter Menschenrechtsrisiken in den freien Wissensprojekten von Wikimedia und die Entwicklung von Strategien zur Minderung tatsächlicher und potenzieller Risiken im Zusammenhang mit den Wikimedia-Projekten, einschließlich der Vermeidung von Schäden für Personen, die sich direkt oder indirekt an Wikimedia-Projekten beteiligen oder davon betroffen sind.

    Article One reichte seinen Abschlussbericht im Juli 2020 bei der Stiftung ein. Die Ergebnisse und Empfehlungen des Berichts wurden dem Kuratorium im September 2020 vorgelegt. Darin wurden fünf Kategorien von Menschenrechtsrisiken im Zusammenhang mit den freien Wissensprojekten von Wikimedia aufgezeigt: schädliche Inhalte, Belästigung, Überwachung und Zensur durch Regierungen, Risiken für Kinderrechte und Einschränkungen der Wissensgerechtigkeit. Zu den vorrangigen Empfehlungen gehörten:

    • Entwicklung einer eigenständigen Menschenrechtsrichtlinie, die als Leitfaden für die Menschenrechtsbemühungen von Wikimedia dient (was wir jetzt getan haben);
    • Durchführung sorgfältiger Überprüfungen der Einhaltung von Menschenrechten. Das beinhaltet:
      • Regelmäßige Menschenrechtsbewertungen (über die Stiftung und ihre Projekte hinweg)
      • Transparente Berichterstattung über Ergebnisse und Abhilfemaßnahmen
      • Rechtskonforme Kanäle, um auf Menschenrechtsbedenken zu reagieren, die von Mitgliedern der Gemeinschaft geäußert wurden
      • Mitarbeiter der Stiftung und die breitere Gemeinschaft durch solide Schulungsprogramme und Produktwerkzeuge (z.B. Incident-Response-Software) stärken, um die breitere Beachtung der Menschenrechte zu unterstützen.

    Wir beabsichtigen, im Jahr 2022 detailliertere Ergebnisse und Empfehlungen aus dem Bericht über die Folgenabschätzung für Menschenrechte zu veröffentlichen. Die Menschenrechtsrichtlinie entstand anhand mehrerer Entwürfe, anfänglich mit Beiträgen von Article One, Mitgliedern der Teams für Menschenrechte und öffentliche Richtlinien und anderen Mitgliedern der Rechtsabteilung. Die Richtlinie wurde dann mit wichtigen Vertretern aus der gesamten Stiftung und dem Produkt- und Technologiekomitee des Kuratoriums geteilt. Nach ausführlichen Rückmeldungen und Diskussionen wurde sie weiter überarbeitet, bevor sie dem gesamten Kuratorium zur endgültigen Genehmigung vorgelegt wurde.

    Wie wird die Bewegung an der Gestaltung der Umsetzung dieser Richtlinie beteiligt werden?

    Die Richtlinie stellt eine Reihe von Verpflichtungen auf sehr hoher Ebene dar, deren Umsetzung in iterativer, konsultativer und transparenter Weise Jahre dauern wird. Nachdem die Richtlinie genehmigt wurde, müssen wir einen ersten Umsetzungsplan entwickeln. Im Januar werden unsere Teams für Menschenrechte und öffentliche Richtlinien mit diesem Prozess beginnen und eng mit Mitarbeitern aus der gesamten Stiftung zusammenarbeiten, um die Empfehlungen aus unserer Folgenabschätzung zu überprüfen. Gleichzeitig werden wir im neuen Jahr Echtzeit- und asynchrone Kanäle für Mitglieder der Bewegung einrichten, um uns bei der Gestaltung der Umsetzung unserer Menschenrechtsverpflichtungen zu unterstützen.

    Was ist, wenn ich Fragen oder Bedenken habe?

    Wenn es unmittelbare Bedenken, Fragen oder Anregungen gibt, werden in den kommenden Wochen zusätzliche Gesprächsstunden angesetzt. Ein Video der Gesprächsstunde vom 10. Dezember 2021 ist auf Wikimedia Commons verfügbar und schriftliche Notizen des Anrufs sind im Meta-Wiki verfügbar. Bei weiteren Fragen kannst du eine Email an Richard Gaines (rgaines@wikimedia.org) und Ziski Putz (fputz@wikimedia.org) schicken.

    Wird diese Richtlinie in anderen Sprachen verfügbar sein?

    Ja, die Stiftung arbeitet derzeit daran, diese Richtlinie zu übersetzen.

    Häufig gestellte Fragen (veröffentlicht am 3. Februar 2022)

    Einführung

    Die Wikimedia-Stiftung glaubt, dass Wissen ein Menschenrecht ist. Wikimedia-Projekte bieten Kanäle und Plattformen, über die jeder — überall — das Recht hat, Wissen ohne Angst frei zu teilen und darauf zuzugreifen. Zu diesem Zweck genehmigte das Kuratorium am 8. Dezember 2021 die Menschenrechtsrichtlinie der Stiftung. Die Wikimedia-Stiftung kündigte diese Richtlinie am 9. Dezember in einem Diff-Artikel an, in dem es um die Bedeutung dieser Richtlinie für die Bewegung ging. Das Team für die globale Interessenvertretung veranstaltete am 10. Dezember eine Gesprächsstunde (schriftliche Notizen sind verfügbar), um die Richtlinie zu diskutieren und alle unmittelbaren Fragen aus der Gemeinschaft zu beantworten.

    Die folgenden Fragen und Antworten basieren auf Fragen, die von Mitgliedern der Gemeinschaft in verschiedenen Foren gestellt wurden. Sie ergänzen eine Reihe von häufig gestellten Fragen, die zusammen mit der Richtlinie veröffentlicht wurden. Die auf dieser Seite enthaltenen Informationen sind für alle Mitglieder der Wikimedia-Gemeinschaft bestimmt, einschließlich Freiwilliger und Mitarbeiter der Stiftung. Diese Informationen sollen den Zweck der Richtlinie, den Prozess hinter ihrer Ausarbeitung und bestimmte Aspekte ihres Inhalts verdeutlichen. Das Team für globale Interessenvertretung wird die auf der “Diskussionsseite” dieser Seite geäußerten Fragen und Bedenken weiterhin verfolgen und vierteljährlich Antworten geben.

    Fragen über die Richtlinie selbst

    Was ist der Zweck der Menschenrechtsrichtlinie?

    Die Richtlinie soll als Kompass für unsere umfassendere Arbeit dienen, indem wir uns für Richtlinien und Technologien einsetzen, die die Bewegung voranbringen. Sie bietet einen Rahmen für die Achtung und den Schutz der Rechte aller — von Mitarbeitern bis hin zu freiwilligen Benutzern — bei allen Aktivitäten der Stiftung und der Bewegung. Sie verdeutlicht unsere Verantwortung, sicherzustellen, dass alle Wikimedia-Projekte unter Berücksichtigung menschenrechtsbezogener Risiken und Vorteile betrieben und gestaltet werden. Entscheidend ist, dass die Richtlinie darüber informiert, wie wir auf Forderungen und Drohungen von nichtstaatlichen Akteuren sowie Regierungen, die mit der Verletzung von Menschenrechte drohen, reagieren und Mitglieder unserer Bewegung schützen.

    Inwiefern wurden die Menschenrechte von Mitgliedern der Gemeinschaft beeinträchtigt, sodass diese Richtlinie erforderlich wurde?

    Die Art und Weise, wie Mitglieder Bedrohungen oder Verletzungen ihrer Menschenrechte im Zusammenhang mit Wikimedia-Projekten erfahren können, variiert je nach Situation und Kontext, da wir eine globale Bewegung sind, deren Gemeinschaftsmitglieder in Ländern leben, die das gesamte Spektrum abdecken von freien bis zu autoritären Gesellschaften, und die zu deren Wikimedia-Projekten beitragen.

    Beispielsweise wurden Freiwillige in eher autoritären Kontexten im Zusammenhang mit ihrer Arbeit an Wikimedia-Projekten bedroht und sogar körperlich angegriffen. Diese Ende 2021 veröffentlichte Geschichte von Fast Company beschreibt, wie einige Freiwillige belästigt und von staatlicher Überwachung ins Visier genommen wurden.

    Setzt diese Richtlinie unbeabsichtigt Freiwillige einem größeren Risiko aus?

    Die unglückliche Antwort lautet “wahrscheinlich”, muss jedoch durch die Tatsache nuanciert werden, dass das Fehlen einer solchen Richtlinie die Freiwilligen wahrscheinlich auch unbeabsichtigt einem größeren Risiko aussetzen würde. In einigen Teilen der Welt ist das Teilen von Informationen ein radikaler Akt. Wir können diese Tatsache nicht durch die Politik ändern, die wir annehmen oder nicht annehmen. Wir glauben, dass es wichtig ist, die Risiken anzuerkennen und gleichzeitig unser Bestes zu tun, um deren Verstärkung zu vermeiden. Diese Richtlinie hilft uns dabei, uns zu verpflichten, diese Themen anzugehen. Unser Ziel ist es, die Rechte derer, die unsere Plattformen nutzen, um Wissen zu teilen oder darauf zuzugreifen, so weit wie möglich zu schützen und zu bewahren.

    Welchen Einfluss hat diese Richtlinie auf die Neutralität von Wikimedia-Projekten?

    Der Neutrale Standpunkt ist und bleibt ein Kernprinzip vieler Wikimedia-Projekte (es sollte jedoch beachtet werden, dass mindestens sechs Projekte keine solche Richtlinie haben). Die Formalisierung unserer Verpflichtung zu international anerkannten Menschenrechtsnormen schmälert weder dieses Prinzip noch das Recht von Projekten, NPOV-Richtlinien in ihrem Inhalt durchzusetzen. Die Umsetzung dieser Richtlinie bedeutet auch nicht, dass jeder Freiwillige, der aus einem politisch sensiblen Umfeld einen Beitrag leistet, de facto ein Menschenrechts- oder politischer Aktivist ist. Diese Richtlinie stärkt jedoch unser Verpflichtung zum Schutz der Menschenrechte von Freiwilligen, die aufgrund ihrer Arbeit mit Wikimedia-Projekten gefährdet sein könnten.

    Bezeichnenderweise bekräftigt und verstärkt die Richtlinie Wikimedias Verpflichtung zu freiem Wissen als Menschenrecht. Es beginnt damit, die Welt daran zu erinnern, dass Wikimedia-Projekte selbst es den Menschen ermöglichen, dieses Recht auszuüben. Darüber hinaus sollte das Recht, freies Wissen zu teilen und darauf zuzugreifen, so verstanden werden, dass es das Recht von Freiwilligen beinhaltet, Wikimedia-Projekte gemäß dem Neutralitätsprinzip zu leiten und die Regeln der Community rund um NPOV durchzusetzen.

    Die Richtlinie beinhaltet eine Verpflichtung, den Einfluss der Stiftung zu nutzen, um sich für Menschenrechte einzusetzen. Wie liegt das im Umfang des Hauptzwecks der Stiftung, der darin besteht, alle von Freiwilligen betriebenen Wikimedia-Projekte zu unterstützen?

    Betrachten wir ganz konkret den Hauptzweck der Stiftung. Wir sollen “Menschen auf der ganzen Welt befähigen und dazu motivieren, Bildungsinhalte unter einer kostenlosen Lizenz oder gemeinfrei zu sammeln und zu entwickeln und sie effektiv und global zu verbreiten.” Wir sind nicht so sehr für die Projekte da, sondern für die Menschen, die an den Projekten arbeiten, und die Menschen, die auf die von ihnen erstellten und gepflegten Inhalte zugreifen. Wir sind fest davon überzeugt, dass die Befähigung von Menschen bedeutet, ein Umfeld zu unterstützen, das für die sichere Erstellung und Pflege von Wissensressourcen und die sichere (und damit effektive) Nutzung derselben förderlich ist.

    Die Richtlinie nimmt Bezug auf den UCOC. Ist dies verfrüht, da Phase 2 noch nicht abgeschlossen ist und Phase 1 derzeit kein Autoritätsmandat für die Gemeinschaft hat, weil sie noch nicht von der Gemeinschaft ratifiziert wurde?

    Wir halten dies aus mehreren Gründen nicht für verfrüht.

    Erstens ist die UCoC-Richtlinie selbst in Kraft, während die Wege zur Durchsetzung des Universellen Verhaltenskodex (UCoC) noch unvollständig sind. Das UCoC-Mandat ergibt sich aus der rechtlichen Verantwortung des Kuratoriums gegenüber den Webseiten und ihren Benutzern, wie in den Nutzungsbedingungen dargelegt. Von Zeit zu Zeit muss es Richtlinien verabschieden, um seinen Verpflichtungen nachzukommen, und hat dies seit Jahren getan – wie beispielsweise mit der Beschluss zu Artikeln über lebende Personen oder der Datenschutzrichtlinie. Die Zustimmung der Benutzer zur Einhaltung der vom Kuratorium verabschiedeten Richtlinien und Beschlüsse ist in den Nutzungsbedingungen geregelt.

    Zweitens stimmt es zwar, dass die Durchsetzungswege noch nicht definiert sind, aber wir halten es für wichtig, ausdrücklich anzuerkennen, dass der UCoC und die Menschenrechtsrichtlinie Teil derselben Bemühungen sind: das fortlaufende Engagement und die Arbeit der Stiftung zum Schutz und zur Verteidigung von Menschenrechten zu formalisieren. Während die Menschenrechtsrichtlinie der erste Schritt ist, um unsere Verpflichtung und Verantwortung für den Schutz der Menschenrechte zu verdeutlichen, ist der UCoC ein Beispiel dafür, wie wir dieser Verpflichtung bereits nachkommen. Die Richtlinie stärkt Werte und Verhaltensweisen, die erforderlich sind, um die Grundrechte der an Wikimedia-Projekten beteiligten Personen zu schützen und zu respektieren.

    Trotzdem möchten wir anmerken, dass der Aufruf zu einem UCoC eine Empfehlung der Bewegungsstrategie war, die von vielen Freiwilligen über einen Zeitraum von mehreren Jahren entwickelt wurde. Es wurde umfassend über ihn beraten und er wurde weiterentwickelt, wobei Hunderte von Benutzern teilnahmen und Dutzende von Überarbeitungen eingearbeitet wurden, bevor das Kuratorium ihn genehmigt hat. Dieses Legitimitätsmodell der gemeinsame Erstellung durch die Gemeinschaft und der Ratifizierung durch das Kuratorium hat der Bewegung gute Dienste geleistet bei der Erstellung und Ratifizierung von Richtlinien, die die Stiftung beschließen muss. Zum Beispiel war die Forderung nach einer Bewegungscharta, die alternative Wege zur universellen Erstellung von Richtlinien schaffen wird, an sich eine Empfehlung der Bewegungsstrategie und sie wurde vom Kuratorium ratifiziert. Wir sind auch der festen Überzeugung, dass die Wirksamkeit des UCoC erst vollständig verstanden werden kann, nachdem er getestet wurde und wir feststellen können, was funktioniert und was nicht. Aus diesem Grund verpflichten wir uns zu einer gemeinsamen Überprüfung sowohl der Richtlinien als auch der Durchsetzungswege nach einem Jahr mit Blick auf Anpassungen, die den Bedürfnissen der Gemeinschaft entsprechen.

    Beurteilung des Einflusses auf Menschenrechte

    Die im Dezember veröffentlichten FAQ beschreiben eine Beurteilung des Einflusses auf Menschenrechte, die 2020 vor der Ausarbeitung der Menschenrechtsrichtlinie durchgeführt wurde. Wird diese Beurteilung veröffentlicht? Wann?

    Ja, wir arbeiten an einer Version des Berichts zur Einflussbeurteilung, die später in diesem Jahr veröffentlicht werden kann. Unsere Rechts-, Menschenrechts- und Sicherheitsteams benötigen ausreichend Zeit, um die öffentliche Version zu überprüfen, um sicherzustellen, dass die Informationen Einzelpersonen oder Gemeinschaften keinem Schaden aussetzen. Es ist uns wichtig, zu vermeiden, schlechten Akteuren versehentlich ein “Handbuch” zur Verfügung zu stellen, wie Wikimedia-Systeme und -Prozesse verwendet werden können, um die Arten von Menschenrechtsrisiken herbeizuführen, die wir zu mindern versuchen.

    In welchem Umfang wurden Freiwillige bei der Beurteilung des Einflusses auf Menschenrechte befragt?

    Die Beurteilung des Einflusses auf Menschenrechte wurde von externen Experten durchgeführt, um die eigenen technischen Systeme, Prozesse und Richtlinien der Stiftung zu bewerten. Sie befragten Mitglieder der Gemeinschaft und Mitarbeiter im Rahmen der Bewertung sowie externe Expertenagenturen und bewerteten Richtliniendokumente.

    Gemeinschaftskonsultation

    Warum wurde diese Richtlinie vor ihrer Ratifizierung nicht breiter bekanntgemacht?

    Die Ergebnisse der Beurteilung des Einflusses auf Menschenrechte wurden dem Kuratorium im September 2021 vorgelegt. Auf der Grundlage der Ergebnisse und Empfehlungen der Beurteilung waren sich die Kuratoren und die Leitung der Stiftung einig, dass die Einführung dieser Richtlinie dringend erforderlich sei, um der Verantwortung der Stiftung zum Schutz der Mitglieder unsere Gemeinschaft vor realen, wachsenden Bedrohungen in der Welt gerecht zu werden.

    Gleichzeitig erfordert die Umsetzung einer Menschenrechtsrichtlinie Zeit und Ressourcen, was Planung und Budgetierung erfordert. Daher waren sich die Kuratoren und die Führung der Stiftung einig, dass es wichtig ist, dass die Richtlinie rechtzeitig für die Sitzung des Kuratoriums im Dezember 2021 entworfen und fertiggestellt wird. Andernfalls würde sie frühestens in der März-Sitzung genehmigt werden, was für den Planungs- und Budgetierungsprozess des kommenden Geschäftsjahres zu spät wäre.

    Angesichts der Bedrohungen, die die Folgenbeurteilung identifiziert hat, hätte eine solche Verzögerung nicht unerhebliche Folgen für Menschen, die zu Wikimedia-Projekten beitragen oder mit ihnen interagieren. Obwohl Konsultationen über die Richtlinie zwischen allen Abteilungen und Mitarbeitern der Stiftung durchgeführt wurden, blieb daher keine Zeit, zwischen September und Anfang Dezember einen breiteren Konsultationsprozess der Gemeinschaft einzurichten, um dem Kuratorium einen endgültigen Entwurf vorzulegen.

    Wir verpflichten uns jedoch zu einem Konsultationsprozess über die Umsetzung der Richtlinie im Rahmen der für Frühjahr 2020 geplanten jährlichen Planungskonsultationen. Wir suchen auch nach Beiträgen aus der Gemeinschaft dazu, wie wir laufende Gespräche und Konsultationen zu Menschenrechtsfragen im Allgemeinen und insbesondere zur Umsetzung dieser Richtlinie in der gesamten Bewegung führen können.

    Gesprächsstunde Dezember 2021

    Warum wurde die erste Gesprächsstunde erst einen Tag vorher angekündigt?

    Die Gesprächsstunde wurde am Tag nach der Genehmigung der Menschenrechtsrichtlinie durch das Kuratorium am 8. Dezember angekündigt und konnte nicht vor der formellen Ratifizierung der Richtlinie angekündigt werden. Wir haben uns bemüht, der Gemeinschaft so schnell wie möglich danach Vertreter der Stiftung zur Verfügung zu stellen, da wir uns bewusst waren, dass die kommenden Feiertage dazu führen könnten, dass viele Mitarbeiter und Mitglieder der Gemeinschaft nicht teilnehmen können. Daher haben wir entschieden, dass früher besser als später ist. Wir bedauern zwar, dass nicht alle Interessierten teilnehmen konnten, freuen uns aber auf weitere Gesprächsmöglichkeiten.

    Wann wird die nächste Gesprächsstunde stattfinden?

    Als nächstes wird ein Gespräch mit dem Kuratorium am 17. Februar stattfinden. Die Zeiten für diese Veranstaltung finden sich im Meta-Wiki.

    Wie können wir, abgesehen von Gesprächsstunden, am besten mit dem Team hinter dieser Richtlinie in Kontakt treten?

    Obwohl das Team klein ist, verpflichten wir uns, die auf dieser Seite hinterlassenen Fragen und Kommentare in einem vierteljährlichen Rhythmus zu beantworten. Wir können ähnliche Fragen zusammenfassen und sind möglicherweise nicht in der Lage, Einzelheiten zu allen Fragen zu beantworten, aber wir werden unser Bestes tun.

    Wenn du Bedenken hinsichtlich Personen hast, die aufgrund ihrer Aktivitäten im Zusammenhang mit Wikimedia-Projekten gefährdet sein könnten, kannst du auch eine E-Mail an talktohumanrights@wikimedia.org senden.

    Allgemeine Informationen zu bewährten Vorgehensweisen bei der Bedrohung durch unmittelbare körperliche Schäden findest du unten.

    Schutz vor Bedrohungen der Menschenrechte von Einzelpersonen

    Mit welchen Verfahren werden die Rechte von bedrohten Einzelpersonen geschützt?

    Leider ist es uns nicht möglich, über die Details der Prozesse zu sprechen, ohne zu riskieren, die Aufmerksamkeit von schlechten Akteuren auf eine Weise zu lenken, die Lücken und Schwächen aufzeigen könnte. Unser allgemeiner Ansatz baut auf der traditionellen Programmpraxis von Voices under Threat auf und zielt darauf ab, Kontakte in Hochrisikoregionen zu pflegen, um Freiwillige zu unterstützen, die wegen ihrer Beiträge zur Bewegung in guter Absicht verfolgt werden, wenn Unterstützung benötigt wird. Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, wie die Stiftung solche Bedrohungen bemerkt, unter anderem über unsere üblichen Notfallprotokolle, und wir erhöhen unsere Fähigkeit, schnell und gut auf diese Art von Bedrohungen mit kurzer Reaktionszeit und einem kleinen Team regionaler Spezialisten unter Aufsicht einer Menschenrechtsleitung zu reagieren.

    Was ist, wenn ich oder ein mir bekannter Wikimedianer bedroht werden?

    Bitte melde dich. Unsere Prozesse variieren je nach Dringlichkeit der Bedrohung. Wenn dir oder jemand anderem eine unmittelbare Bedrohung durch körperliche Schäden droht, findest du die besten Vorgehensweisen unter Threats of Harm. Wenn die Bedrohung nicht unmittelbar besteht, wenden dich bitte an talktohumanrightswikimedia.org.

    Wie geht diese Richtlinie mit Arbeitsrechten um?

    Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte bekräftigt: "Jeder hat das Recht, zum Schutz [seiner] Interessen Gewerkschaften zu gründen und ihnen beizutreten." Die Menschenrechtsrichtlinie spiegelt die Verpflichtung der Stiftung wider, alle Menschenrechte, einschließlich der Arbeitsrechte, zu schützen und zu respektieren.